Karrieregeil? Ja, bitte!
Ein ehrlicher Weckruf für Frauen, die sich nicht länger kleinreden lassen wollen.
Neulich beim Networking-Event: Ich spreche mit einer smarten Frau, zwei Kinder, Teilzeit in einer Führungsposition, sie erzählt von einem Projekt, das sie stemmen will – und dann sagt sie diesen Satz:
„Ich will da nicht so karrieregeil rüberkommen…“
Pause.
Augenbraue hoch.
Ich schnappe mir mein imaginäres Megafon und rufe in Gedanken:
„Doch, sei’s! Karrieregeil! Erfolgsdurstig! Verdammte Rakete!“
Aber natürlich lächle ich. Und frage nur:
„Was wäre denn so schlimm daran?“
Das Dilemma mit dem Ehrgeiz
Hier ist das Problem: Männer sagen „Ich will Karriere machen“ – und alle klatschen. Frauen sagen dasselbe – und kriegen Stirnrunzeln. Oder subtilere Versionen von „Ach, die will sich wohl profilieren…“
Ehrgeiz bei Frauen wird schnell als überambitioniert, egozentrisch oder zu viel gelesen.
Aber weißt du was?
Wir haben die Schnauze voll vom „zu viel“ sein.
Wir wollen nicht mehr lächeln, relativieren, Rücksicht nehmen – nur damit wir angenehm wirken.
Wir wollen aufsteigen. Einfluss nehmen. Kohle machen. Etwas bewegen. Punkt.
Karrieregeil = charakterlos?
Die Gleichung „Karrieregeil = kalt, rücksichtslos, machtversessen“ ist alt. Und falsch.
Was, wenn du einfach nur…
– gestalten willst?
– dein Potenzial nicht vergammeln lassen willst?
– wirtschaftlich unabhängig sein willst?
– Vorbild sein willst?
Was, wenn Karrieregeilheit nichts anderes ist als ein tiefes „Ja“ zu dir selbst?
Zu deinen Ambitionen. Deinen Fähigkeiten. Deinem Lebensentwurf?
Der selbstgemachte Maulkorb
Viele Frauen haben sich selbst so stark auf Demut und „nicht anecken“ trainiert, dass sie ihre eigene Größe kaum noch erkennen.
– Sie bewerben sich nicht auf die Führungsposition, weil sie glauben, „noch nicht so weit“ zu sein.
– Sie verlangen kein höheres Gehalt, weil sie „dankbar“ sein wollen.
– Sie spielen ihre Erfahrung runter, weil sie „nicht überheblich“ wirken wollen.
Bullshit.
Das ist kein Understatement – das ist Selbstsabotage.
Und es ist an der Zeit, damit aufzuhören.
Karrieregeil sein heißt: Du nimmst dich ernst.
Du willst gestalten, entscheiden, führen?
Dann sag es. Zeig es. Geh los.
Du musst nicht wie ein Mann auftreten.
Aber du darfst aufhören, dich klein zu machen, damit andere sich nicht bedroht fühlen.
Die Welt braucht Frauen, die wollen.
Nicht Frauen, die sich entschuldigen, weil sie mehr wollen als den Platz auf der Ersatzbank.
Also, sag’s laut:
„Ich bin karrieregeil. Und das ist verdammt nochmal okay.“
Und falls du beim nächsten Mal wieder ins Stolpern kommst, wenn du dein eigenes Licht anknipsen willst –
denk an mich.
Ich steh da, mit meinem Megafon.
Und rufe:
„JA, BITTE!“