Bin halt so reingerutscht... – Wie man Karriere betreibt, ohne jemals bewusst eingestiegen zu sein

„Bin halt so reingerutscht…“ – Wie man Karriere betreibt, ohne jemals bewusst eingestiegen zu sein

Und warum es verdammt nochmal Zeit wird, dass du selbst wieder das Steuer übernimmst.


Lass mich raten:

Du sitzt da, zwischen E-Mails, Teams-Calls und „Kannst du das noch schnell machen?“-To-dos – und fragst dich:

Wie bin ich eigentlich hier gelandet?

Antwort:

„Ich bin halt so reingerutscht.“

Ein Klassiker.
Gleich hinter: „Das hat sich damals einfach so ergeben.“

 

Willkommen im Club der Karriere-Zufallsprodukte.

  • „Die Stelle war frei, ich hab’s einfach gemacht.“
  • „War gut bezahlt, ich hab nicht groß nachgedacht.“
  • „Ich wurde gefragt – und hab Ja gesagt.“
  • „Ich wollte niemanden enttäuschen.“

Ergebnis: Du arbeitest seit 8 Jahren in einem Job,
den du nie bewusst gewählt, aber brav durchgezogen hast.

 

Das Problem?

Du arbeitest funktional, aber nicht erfüllend.
Du lieferst, aber du lebst nicht.
Du entwickelst Projekte, aber dich selbst nicht.

Und tief in dir brodelt’s:

„Da müsste doch noch mehr sein.“
(Spoiler: Ja. Ist es auch.)

 

Woran du merkst, dass du nicht bewusst Karriere machst – sondern rutschst:

  • Du hast auf LinkedIn keinen Plan, was du eigentlich reinschreiben sollst.
  • Deine Rolle verändert sich ständig, aber du bekommst weder Titel noch Klarheit.
  • Du wirst regelmäßig „gebraucht“ – aber nicht gefragt, wohin du willst.
  • Du bleibst – weil’s bequem ist. Nicht, weil’s dich begeistert.

 

Warum das gefährlich ist:

Weil du irgendwann nicht mehr weißt, was du eigentlich kannst, willst oder bist.
Du bist dann nur noch die Reaktion auf andere.

Und das fühlt sich an wie ein Leben im Nebensatz.

 

Jetzt die gute Nachricht:

Rausrutschen ist auch möglich.
Aber nicht durch Warten – sondern durch Entscheiden.

 

3 mutige Fragen, die du dir stellen darfst:

1. Wenn ich heute neu starten würde – würde ich das hier wieder wählen?

Wenn nicht: Wozu genau sagst du dann täglich Ja?

 

2. Was von dem, was ich tue, erfüllt mich wirklich – und was ist bloß Gewohnheit?

Radikal ehrlich. Ohne Schönreden.

 

3. Wenn ich ehrlich bin: Wofür bin ich wirklich gemacht?

(Das ist meist nicht das, was auf deiner Visitenkarte steht.)

 

Fazit:

„Bin halt so reingerutscht“ ist eine nette Geschichte –
aber keine, die du zu deiner Karriere-Biografie machen solltest.

Denn:
Reingerutscht sein ist keine Schande.
Drinbleiben ohne Richtung schon eher.